hands up!
Jeder Mensch wird mit einer motorischen Dominanz geboren.
Das bedeutet, dass eine Körperseite - und wir beachten an dieser Stelle jetzt dabei hauptsächlich die Hände - von Geburt an bevorzugt und sicher für motorische Aufgaben eingesetzt wird. Beobachten lässt sich das bereits im Kleinkindalter, wenn das Greifen, Zeigen und Hantieren beginnt. Manchmal gibt es dabei eine sogenannte familiäre Disposition für eine Händigkeit. Das heißt, dass eine bestimmte Händigkeit im engeren oder entfernteren Familienkreis vermehrt vorkommt, bzw. überwiegt; das muss aber nicht sein!
Ein unsicherer Handgebrauch behindert die Automatisierung von Bewegungsabläufen der Hände und kann u. a. eine reduzierte Leistungsfähigkeit zur Folge haben.
Leider kommt es immer wieder zu diesen Unsicherheiten, wenn z. B. eine sensomotorische Wahrnehmungs-, Verarbeitungs- , oder Koordinationsstörung besteht, die Körperspannung zu hoch oder zu niedrig ist, Planungsprobleme vorliegen, frühkindliche Reflexe nicht abgebaut wurden, die allgemeine Etwicklung verzögert verläuft, oder andere Beeinträchtigungen bestehen. Manchmal reicht es aber auch einfach, wenn vorhandene und benutzte Gebrauchsgegenstände für die eigene Dominanz ungünstig sind oder wir Handlungen für uns "falsch herum" angeboten, gezeigt bekommen und erlernt oder im Umfeld abgeschaut haben. Hiervon sind auch heute noch besonders Linkshänder:innen betroffen!
Kommt es zu einer Festigung des Handgebrauchs auf der nicht dominanten Seite, so spricht man von "umgeschulter Händigkeit". Einen linkshändigen Menschen, der überwiegend rechtshändig agiert, vor allem aber auch malt und schreibt, bezeichnen wir demnach als "umgeschult". Im Alltag würden wir diese Person vermutlich zunächst als Rechts- oder Beidhänder:in (Ambidexter) einstufen.
Liegt eine umgeschulte Händigkeit vor, so kann es zu sehr unterschiedlichen, aber durchaus schwerwiegenden, den Alltag belastenden Problemen in folgenden Bereichen kommen:
*Konzentration und Aufmerksamkeit (Fokussierung, Ausdauer, Steuerung)
*Bearbeitung fein-motorischer Aufgaben (Tempo, Qualität, Ausdauer)
*Schreiben und Lesen
*Selbstwert
*räumliche Wahrnehmung und Verarbeitung
Umgeschulte Menschen müssen sich in der Regel in mehreren Bereichen deutlich mehr anstrengen als nicht umgeschulte Menschen, um ein entsprechendes Handlungsergebnis zu erzielen. Sie zeigen möglicherweise schneller Erschöpfungszeichen. Es kann zur Überkompensation kommen, um leistungsbezogen mithalten zu können. Emotionale Zurückgezogenheit oder auch Migräne sind nicht selten die Folgen. Das gilt sowohl für umgeschulte Rechts- als auch Linkshänder:innen!
Was aber nun tun, wenn wir uns nicht sicher über die Händigkeit unseres Kindes sind?
Unser Kind immer noch auffällig den Handgebrauch wechselt?
Mal mit rechts, mal mit links malt, puzzelt, isst und schneidet?
Wir die beschriebenen Probleme bei uns oder unseren Angehörigen beobachten und eine aktive oder passive Umschulung vorausgegangen ist?
Und wie kann ich mein Kind bei der Entwicklung einer entspannten Mal-Und Schreibhaltung optimal unterstützen, egal, ob links- oder rechtshändig?
Eine Diagnostik der Händigkeit nach der Methodik Dr.Sattler kann Klarheit bringen und helfen, eine Umschulung zu vermeiden. Sie ist zudem die Grundlage für eine eventuelle Rückschulung zur Reduzierung der möglicherweise bereits bestehenden Probleme.
Als zertifizierte Linkshänderberaterin biete ich eine Händigkeitsdiagnostik nach der Methode von Frau Dr. Sattler an, unterstütze und berate bei Problemen, die im Zusammenhang mit einer Linkshändigkeit auftreten, plane und begleite eine Rückschulung und helfe auch sonst gerne bei allen Fragen rund um die Händigkeit, Fein- und Schreibmotorik.
Meine langjährige Erfahrung und beruflichen Weiterbildungen als Ergotherapeutin fließen in meine Tätigkeit als Linkshänderberaterin und Fein- und Grafomotoriktrainerin mit ein.
Bitte kontaktieren Sie mich ganz unverbindlich, um offene Fragen zu klären, oder um einen Termin zu vereinbaren.